Vor 70 Jahren erfand das Unternehmen Polaroid Fotoapparate mit eingebautem Fotolabor und machte sie weltweit bekannt. Spätestens mit dem Aufstieg der Digitalkameras um die Jahrtausendwende, gerieten Polaroid und andere Hersteller jedoch in wirtschaftliche Schwierigkeiten. Immer weniger Menschen kauften sich Analog- und Sofortbildkameras. Wer wollte sich schon eine klobige Kamera zulegen, der nach einigen Schnappschüssen der Film ausging, wenn man tausende Fotos mit der handlichen Digitalkamera, später mit dem Smartphone knipsen konnte?

So ist die Fotografie in den vergangenen zwei Jahrzehnten vor allem von der digitalen Technik geprägt gewesen. Mit quasi unendlichem Speicherplatz und digitalen Bearbeitungsmöglichkeiten, immer kompakteren und somit stets mitführbaren Kameras, kann heute jeder seine Welt so abbilden, wie sie ihm gefällt. Über soziale Netzwerke und schnelles, mobiles Internet lassen sich die Aufnahmen sogleich verbreiten. Fotos sind heute also Massenware und nichts Besonderes mehr.

Erst in jüngster Zeit entsteht wieder die Nachfrage nach Fotos, die nicht nur am Notebook, Tablet oder auf dem Smartphone betrachtet, sondern auch in die Hand genommen werden können – und zwar ohne Umwege über einen Drucker. Nutzer wollen mit begrenzter Bildanzahl den Moment der Aufnahme wieder bewusster erleben und wertschätzen.

Das scheinen die Hersteller, darunter auch wieder der Pionier Polaroid, aber auch altbekannte Marken wie FujiFilm und Leica, erkannt zu haben. Auf dem Markt sind nun wieder verschiedene Modelle erhältlich: Von einfachen, analog arbeitenden Knipsen mit Sofortbildausgabe wie die Instax-Serie von FujiFilm bis zu hybriden Kameras wie die Polaroid SNAP Touch, die Aufnahmen sowohl digital auf einer Speicherkarte sichern, als auch mit dem eingebauten Fotodrucker auf Papier bringen.

Das Fotopapier ist in unterschiedlichen Formaten verfügbar. Verschiedene Lichtempfindlichkeiten, angegeben in ISO-Werten, bestimmen das Einsatzfeld bei Tageslicht oder in schummriger Umgebung. Der Fotograf kann aus Farb- und Schwarz-Weiß-Filmen wählen. Im Vordergrund stehen bei Sofortbildern ohnehin nicht die optimale Bildschärfe oder der perfekt getroffene Farbton, sondern die individuelle Note. Überbelichtung, Farbsäume und Vignettierung verleihen den Aufnahmen einen authentischen Charme, den man Digitalfotos zuletzt mit Filtereffekten zu verleihen versuchte.

Sofortbildkameras sollen auf Hochzeiten, Geburtstagen und anderen feierlichen Anlässen besondere Momente festhalten. Gäste können sich die Bilder als handfeste Erinnerungen gleich mit nach Hause nehmen, die dann an einer echten Pinnwand hängen, anstatt wie Digitalfotos auf einer Festplatte schnell in Vergessenheit geraten.